Autorinnenlesung mit Sarah Zöllner
Nachts bleiben die Laternen aus, weil die Gemeinde Kosten sparen will und keiner daran denkt, wie viel Angst das schürt. Der Träger beschließt den Kahlschlag bei den Kita-Öffnungszeiten – und keiner widerspricht, weil Mutti macht ja schon. Der letzte kostenfreie Raum in der Innenstadt schließt, weil die Stadt die Fördermittel streicht – und der queere Treff ist plötzlich heimatlos. Zahlreiche Entscheidungen in der (kommunalen) Politik werden nach wie vor über die Köpfe Betroffener getroffen, statt mit ihnen. Weil Politik in deutschen Rathäusern nach wie vor hauptsächlich männlich, weiß und über 50 Jahre alt ist. Es fehlt an Frauen, Müttern, queeren Personen in Gemeinde- und Stadträten.
Über genau dieses Problem und welche Auswirkungen die fehlende Beteiligung von Fürsorgeleistenden auf reale Politik hat, schreibt Autorin Sarah Zöllner. Als Expertin für Familie und Gesellschaftspolitik weiß sie genau, wie gravierend die Versäumnisse sind, wenn Politik nur aus männlicher Perspektive gemacht wird. Gleichzeitig weiß sie aber auch, wie viel Wirkmächtigkeit entsteht, wenn Frauen und queere Personen den Mut haben, sich einzumischen. Deshalb schreibt und referiert Zöllner mit einer motivierenden Botschaft: Du kannst das!
Auf der Lesung mit anschließendem Austausch am 23.05.2026 soll genau das im Mittelpunkt stehen: FLINTA*s mit und ohne Fürsorgeverantwortung sollen den Mut finden, sich in den politischen Prozess einzumischen und neue Wege zu gehen. Die Veranstaltung findet im Wahlkreisbüro von Anne-Mieke Bremer, Bundestagsabgeordnete in der Fraktion Die Linke im Bundestag, statt und wird moderiert von Autorin und Aktivistin Celsy Dehnert.
Beginn der Veranstaltung ist 13 Uhr, es wird Snacks und Getränkegeben.
Der Eintritt ist frei.